Anemonenfische im Meerwasseraquarium

Anemonenfische werden aufgrund ihrer Zeichnung auch Clownfische genannt.

Sie zählen zu den beliebtesten Fischen im Meerwasseraquarium. Auch außerhalb der Meerwasseraquaristik sind Anemonenfische durch den Film „Findet Nemo“ sehr bekannt geworden.

Anemonenfische gehören zu der Familie der Barsche.

 

Anemonenfische und ihre Haltung

Die am häufigsten im Meerwasseraquarium gehaltenen Arten sind Amphiprion ocellaris der „falsche Anemonenfisch“ und der Amphiprion percula der „Trauerband Anemonenfisch“.

Im ersten Augenblick sehen beide identisch aus.

Wenn man beide Arten jedoch miteinander vergleicht werden schnell optische Unterschiede erkennbar.

So hat der Trauerband Anemonenfisch im Vergleich mit dem falschen Anemonenfisch deutlich erkennbare schwarze Umrandungen an den weißen Querbinden.

Diese beiden Arten sind meines Erachtens die am besten im Aquarium zu haltenden Arten.

Sie werden lediglich 6 – 7 cm groß und sind gegenüber den anderen Beckeninsassen sehr friedlich und lassen sich nahezu in jedem Meerwasseraquarium erfolgreich integrieren.

Größere Anemonenfisch Arten wie z.B. Amphiprion clarkii  der Clarks-Anemonenfisch werden ca. 10 cm groß und sind häufig nicht ganz so friedlich, wie die beiden genannten Arten.

 

Anemonenfisch

 

Anemonenfische, wie viele halten?

Ich rate dazu bei Becken bis zu 1000 Litern nur ein Pärchen Anemonenfische zu halten, da es bei der Haltung von mehreren Exemplaren immer wieder zu Aggressionen gegenüber den schwächeren Tieren kommt, die bisweilen tödlich enden.

Auch wenn diese „Streitereien“ nicht tödlich enden haben die schwächeren Tiere keine Lebensqualität, da sie dann meistens völlig ängstlich und apathisch in einer Ecke des Aquariums leben.

Anemonenfische sind keine besonders aktiven Schwimmer und halten sich meistens in bzw. im Umfeld ihrer Wirtsanemone auf.

 

Anemonenfische im Nanoaquarium?

Auch wenn Anemonenfische keinen großen Schwimmraum benötigen, landen sie leider immer wieder in Nanoaquarien. Ich rate hiervon dringend ab, da ich der Ansicht bin, dass für die Haltung von kleinbleibenden Anemonenfischen ein Mindestvolumen von 200 Litern und für die größeren Arten ein Mindestvolumen von 300 Litern erforderlich ist.

 

Anemonenfische und Ernährung

Bei der Ernährung sind Anemonenfische sehr anspruchslos.

So können Anemonenfische mit den meerwassertypischen Frostfuttersorten Artemia und Mysis gefüttert werden. Bei den größeren Anemonenfisch-Arten kann zusätzlich auch Krill gefüttert werden.

Wie bei allen anderen Meerwasserfischen bietet sich auch bei Anemonenfische eine regelmäßige Anreicherung des Frostfutters mit Vitaminen und Knoblauch an.

Neben Frostfutter können Anemonenfische schnell und unkompliziert auf Flocken- bzw. Granulatfutter umgestellt werden.

 

Frosfutter Fischkrankheiten im Meerwasseraquarium

 

Anemonenfische und Anemone, eine Symbiose

Gerade diese spannend zu beobachtende Symbiose der Anemonenfische mit ihrer Wirtsanemone macht sie so beliebt für die Haltung im Meerwasseraquarium.

Die Anemonenfische leben in der Anemone und finden dort Schutz vor Fressfeinden.

Das besondere hierbei ist, dass die Schleimhaut der Anemonenfische nicht von den starken Nesselgiften der Anemone angegriffen wird.

Bei anderen Fischarten führt ein direkter Kontakt mit den starken Nesselgiften der Anemonen zu starken Schäden und Verletzungen auf der Schleimhaut.

Im Gegenzug reinigt der Anemonenfisch die Anemone und verteidigt sie gegen ihre Fressfeinde.

 

Anemonenfische

schwarzer Anemonefisch

 

 

Anemonenfische ohne Anemone?

Häufig kommt es in dem Zusammenhang immer wieder die Diskussion auf, ob Anemonenfische gemeinsam mit einer Wirtsanemone gehalten werden sollen.

Der Nachteil von Anemonen ist, dass diese immer wieder „wandern“.

Auch wenn sie sie sehr lange an ihrem Standort waren, kann eine kleine Veränderung in den Strömungs – oder Lichtverhältnissen dazu führen, dass die Anemone ihren Standort verlässt und loswandert.

Dies kann besonders in einem mit Korallen stark besetzten Meerwasseraquarium zu immensen Schäden führen, da das Nesselgift der Anemone bei Berührungen nicht nur die Fischschleimhaut sondern auch betroffene Korallen stark beschädigt.

Ins besonders bei sensibleren Korallen wie z.B. groß – und kleinpolypigen Steinkorallen führen solche Gewebeschäden häufig zum sicheren Tod.

Um das zu vermeiden bieten viele Meerwasseraquarianer ihren Anemonenfischen anstelle einer Symbioseanemone z.B. eine Pilz-Lederkoralle als Ersatz an.

 

Aquarium München

Lederkorallen werden häufig als Anemonenersatz verwendet

 

Nach einer gewissen Zeit ziehen in der Regel auch dort die Anemonenfische ein und nehmen sie als Ersatz an.

Natürlich ist das Ganze nicht artgerecht und jeder sollte für sich entscheiden, ob er so verfahren möchte.

Wenn z.B. Amphiprion ocellaris oder Amphiprion percula im Meerwasseraquarium mit einer Anemone gemeinsam gehalten werden soll bietet sich als Wirtsanemone eine Kupferanemone an.

Wir haben immer wieder festgestellt, dass sie zu den Anemonenarten gehören, die am wenigsten wandern.

Vor der Zusammenstellung der Anemonen und der Anemonenfische solltest du darauf achten, welche Anemonenfische welche Anemone bevorzugen, da nicht jeder Anemonenfischart in jede Anemonenart geht.

 

Bei einer nicht artgerechten Haltung von Anemonenfischen ohne entsprechende Wirtsanemone kann es auch vorkommen, dass sich die Anemonenfische großpolypige Steinkorallen wie z.B. Euphyllia-Arten oder Blasenkorallen als Anemonen-Ersatz aussuchen.

Je nach Größe und Aktivität der Anemonenfische führt das auf Dauer häufig dazu, dass die Anemonenfische, wenn sie sich in die Steinkoralle „kuscheln“ deren Gewebe dabei so stark beschädigen, dass die Korallen über kurz oder lang daran kaputt geht.

 

blaue Korallen

 

Geschlechtsunterschiede bei Anemonenfische

Bei einem Pärchen Anemonenfische ist das größere Tier immer das Weibchen und das kleinere das Männchen.

Verstirbt z.B. das Weibchen und es wird als Ersatz eine kleinerer Anemonenfisch als das übriggebliebene Männchen in das Aquarium gesetzt, wird automatisch aus dem Männchen ein laichfähiges Weibchen.

 

Nachzuchten oder Wildfang?

Wer ein Anemonenfischpärchen in seinem Meerwasseraquarium hält, kann sich in regelmäßigen Abständen an einem Gelege erfreuen.

Das Gelege wird vom Männchen entsprechend bewacht und mit Sauerstoff versorgt.

Aufgrund der vielen Fressfeinde im Meerwasseraquarium und der besonderen Nahrungsansprüche von frisch geschlüpften Anemonenfischen ist für eine erfolgreiche Nachzucht bzw. Aufzucht ein separates Aquarium erforderlich.

Verbleibt das Gelege im Meerwasseraquarium ist die Chance, dass Jungtiere heranwachsen bei null.

  

Anemonenfisch mit Gelege

Anemonenfisch mit Gelege

 

Nachzucht von Anemonenfischen – Fluch oder Segen?

Da Anemonenfische sehr leicht zu züchten sind, gibt es zahlreiche Nachzuchten im Handel.

Der Vorteil von Nachzuchttieren ist, dass sie bereits an das Leben in einem Meerwasseraquarium gewöhnt sind und sich deshalb nicht mehr anpassen müssen.

Hinzu kommt, dass sie auch häufig robuster als Wildfänge sind und die Nachzucht nachhaltiger ist.

Die Nachzucht von Meerwasserfischen und Korallen ist aus umweltpolitischen Gründen und immer stärkeren gesetzlichen Reglementierungen der richtige Weg.

Jedoch gibt es meines Erachtens auch bei der Nachzucht von Anemonenfischen einen großen Nachteil.

 

Anemonefische in München

ausschließlich mit Anemonen besetztes Meerwasseraquarium

 

Wie in der Süßwasseraquaristik bereits seit Jahrzehnten üblich wurde auch bei der Zucht von Anemonenfischen mit verschiedensten Farb- und Flossenvariationen experimentiert.

Heraus kommen dann (teilweise) Anemonenfische die mit der ursprünglichen und natürlichen Form sehr wenig bis nichts mehr gemeinsam haben.

Ich kann nachvollziehen, dass diese Farbvarianten für den einen oder anderen reizvoll sind.

Auch ich war immer wieder versucht solche Tiere zu kaufen. Jedoch sollte auch über die langfristigen Folgen dieser Zuchtmezhoden nachgedacht werden.

Solche Farb- und Flossenvariationen lassen sich durch eine intensive Inzucht herstellen. Diese führt zwangsläufig auf Dauer u.a.

  • zu einer verkürzten Lebensdauer
  • zu einem geschwächtem Immunsystem und somit zu einer höheren Anfälligkeit für Krankheiten

Das beste Beispiel hierfür findet man in der Süßwasseraquaristik.

Dort wurden aufgrund von konsequenter Inzucht viele der sogenannten „Einsteigerfische“ wie der Guppys, Schwerträger, Platys zu immer bunteren und großflossigeren Fischen gezüchtet.

Die Folge sind nun kurzlebige und extrem anfällige Fische, die nichts mehr mit dem ursprünglichen “Einsteigerfisch“ zu tun haben.

Diesen Weg sollten wir den Anemonenfischen und auch der Meerwasseraquaristik ersparen.

Diesen BLOG Artikel gibt es auch zum hören als Podcast.

PODCAST

Höre auch unseren  PODCAST: Meerwasseraquariumpodcast mit Markus Mahl

PS:

Gerne stehen wir Ihnen als kompetenter Partner für individuellen, professionellen Aquariumbau, Tierbesatz und Aquariumwartung zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns für einen persönlichen Beratungstermin gerne telefonisch unter 089/88 96 90 67 00 oder senden Sie uns eine E-Mail an info@aquariumwest.de.

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Ihr
Markus Mahl
Geschäftsfüher
Aquarium West GmbH
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