Bodengrund im Meerwasseraquarium

Wenn Konstrukteure träumen - Meerwasser Aquarium München

Bodengrund im Meerwasseraquarium ist das Thema dieses Blogbeitrags.

Wir schauen uns an, welche verschiedenen Arten von Bodengrund im Meerwasseraquarium es gibt und was es bei der Pflege zu beachten ist.

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium sinnvoll?

Der Bodengrund im Meerwasseraquarium ist nicht nur für die Optik wichtig, sondern er bietet auch neben Lebendgestein einen Lebensraum für wichtige Mikroorganismen, Bakterienkulturen und Kleinstlebewesen.

Für einige Fischarten wie z.B. Lippfische dient er auch als sichere Schlafstätte.

 

Lipp

Lippfische nutzen den Bodengrund im Meerwasseraquarium als Schlafstätte

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium – verschiedene Arten

Für die Gestaltung des Bodengrunds kann Korallensand oder lebender Sand der sogenannte „Lifesand“ verwendet werden.

Um was es sich bei Lifesand handelt, darauf kommen wir im späteren Verlauf des Beitrags zurück.

 

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium- welche Körnung?

Zuerst beginnen wir mit dem Korallensand.

Den gibt es in verschiedenen Körnungen. Diese reichen von 1 bis 15 mm.

Sehr feine Sandarten wirken optisch sehr reizvoll, werden in der Praxis aber häufig an strömungsstarken Stellen weggespült, sodass dann die Bodenscheibe sichtbar wird.

Dieses Problem wird mit einer mittelgroßen Körnungen das heißt 2 bis 5 mm, deutlich geringer ist, da diese Korngröße nicht so schnell von der Strömung weggespült wird, wie die sehr feinen Arten.

Diese Körnung hat sich für uns in der Praxis als ideal erwiesen.

 

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium waschen?

Oft kommt die Frage auf, ob der Bodengrund im Meerwasseraquarium vor dem Einbringen noch gewaschen werden sollte.

Die Korallensandarten die wir verwenden, sind immer so sauber, dass hier für uns kein weiterer Aufwand, durch das Auswaschen entsteht.

 

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium einbringen

Schauen wir uns nun an, wie man einfachsten den Korallensand in das Meerwasseraquarium einbringen kann.

Grundsätzlich sollte der Bodengrund, egal welcher verwendet wird, erst dann auf den freigebliebenen Flächen der Bodenscheibe verteilt werden, wenn der komplette Riffaufbau im Aquarium steht.

Dies geht am einfachsten, wenn der Korallensand in einen Messbecher gefüllt und dann vorsichtig an die gewünschten Stellen auf der Bodenscheibe verteilt wird.

 

Sand

 

So kann den Korallensand zielsicher an jede Stelle im Aquarium eingebracht werden. Zusätzlich wird verhindert, dass der Korallensand unkontrolliert in den Riffaufbau fällt.

 

 

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium – Praxistipp 1:

Wenn der Bodengrund im Meerwasseraquarium ganz zum Schluss eingebracht wird und das Aquarium bereits vollständig gefüllt ist,

muss im Anschluss der Wasserstand im Filterbecken wieder gesenkt werden, da dieser durch das Einbringen des Bodengrunds ansteigt.

 

Wenn dieser Schritt nicht gemacht und abgewartet wird, bis der Wasserstand sich durch die Verdunstung reguliert kommt es zu einem unerwünschten Anstieg des Salzgehaltes.

Das sollte unbedingt vermieden werden.

 

Wasserwechsel Meerwasseraquarium mit Schlauch

 

Optimale Schichthöhe von Bodengrund im Meerwasseraquarium

Die Sandschicht sollte eine Höhe von 1 bis 3 cm haben. Das ist optimal und pflegeleicht.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es bei Becken mit höheren Sandschichten immer wieder zu Problemen mit roten Schmieralgen kommt, wenn der Bodengrund nicht richtig und regelmäßig gepflegt wird.

 

rote Schmieralgen im Meerwasseraquarium überwachsen Sand

rote Schmieralgen im Bodengrund

 

Wenn Fischarten gehalten werden sollen, die sich in der Nacht eingraben, sollten für diese Tiere bestimmte Bereiche mit einer höheren Füllhöhe angeboten werden.

Hier können Schichthöhen von 8 – 10 cm optimal sein.

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium reinigen

Im Laufe der Zeit bilden sich im Bodengrund nicht nur Kleinstlebewesen und wichtige Bakterienkulturen, sondern es sammeln sich auch Sedimente an, die im Laufe der Zeit immer tiefer in den Bodengrund eindringen.

Einerseits kann der Bodengrund optimal durch die richtigen Tiere gepflegt werden.

 

Das hat den Vorteil, dass der Bodengrund in der Regel immer schön weiß bleibt und die Tiere den Boden gut umgraben und dadurch die unerwünschte Sedimentansammlung reduziert wird.

Trotzdem sollte auch der Bodengrund je nach Verschmutzungsgrad bei jedem zweiten oder dritten Wasserwechsel mit einer Mulmglocke absaugt werden.

In der Regel saugen wir dann nicht den gesamten Bodengrund, sondern nur einen Teilbereich ab.

Beim nächsten Mal fahren wir dann an der Stelle fort, wo wir aufgehört haben.

 

Für die Pflege des Bodengrund im Meerwasseraquarium haben sich besonders Grundel z. B. Maiden-Schläfergrundel bewährt, da sie den ganzen Tag den Boden umgraben.

Bei der Hälterung von Maiden-Schläfergrundel ist es wichtig, dass ein entsprechender Springschutz auf dem Becken vorhanden sind, da diese Tiere sehr häufig in der Nacht aus dem Becken springen.

 

Maiden-Schläfergrundel

Maiden-Schläfergrundel

 

Eine weitere sehr fleißige Alternative ist die Phalaena oder  Bagger-Grundel.

Der Nachteil im Vergleich zur Maiden-Schläfergrundel ist, dass die Bagger-Grundel zwar sehr gut den Bodengrund umgräbt, aber danach aufsteigt und dann den Sand auf die Korallen herabfallen lässt.

 

Bei einer sehr aktiven Bagger-Grundel kann das einen erheblich Aufwand erzeugen, dass die Korallen immer wieder vom Sand befreit werden müssen, da besonders empfindlichere Arten sehr schnell daran kaputt gehen.

 

phalaena

Baggergrundel

 

Ein weiterer nützlicher Helfer für die Pflege des Bodengrund im Meerwasseraquarium, ist der grabende Seestern Archaster angulatus.

 

Archaster

Archaster angulatus

 

Wenn Sie für die vorhandene Bodenfläche genug dieser Tiere haben, bleibt auch hier der Boden weiß und verfärbt sich nicht braun.

 

canon 315

 

Wichtig ist, dass Seestern frühestens erst nach 12 Wochen nach dem Start des Aquariums eingesetzt werden sollten, da sonst keine ausreichende Futtermenge vorhanden ist.

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium – Praxistipp 2

Wenn Sie später die Scheiben mit einem Algenmagneten reinigen möchten, musst darauf geachtet werden, dass der Korallensand nicht unter den Algenmagneten gelangt, da dies sehr schnell zu tiefen Kratzern in der Scheibe führt.

 

Wartung eines Aquariums

 

Bodengrund im Meerwasseraquarium – Alternativen

Eine weitere Alternative zum Korallenbruch ist Lebender Sand, der sogenannte Lifesand.

 

Der lebende Sand wird im Ursprungsland dem Meer entnommen und mit einer Stickstoffverbindung in Tüten verpackt, um die darin enthaltenen Bakterienkulturen und Mikroorganismen am Leben zu erhalten.

Der Vorteil gegenüber dem in Anführungszeichen „toten Korallensand“ ist, dass Lebender Sand im Riffaquarium eine zusätzliche biologische Stabilität durch das Einbringen natürlicher, lebender Bakterienkulturen schafft.

Lebenden Sand kann im Handel in verschiedenen Farbtönen und Körnungen gekauft werden.

 

Wenn Sie Lebenden Sand kaufen möchten, solltesn Sie dabei immer darauf achten, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht abgelaufen ist.

Bei einer Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatum kann davon ausgegangen werden, dass zumindest ein Teil der enthaltenen Bakterienkulturen bereits abgestorben ist und dadurch nicht mehr das gewünschte Ergebnis bringt.

 

Wie auch beim Korallensand, darf auch hier bei der Reinigung der Scheiben mit dem Algenmagneten kein Sand unter den Magneten gelangen.

Wenn Sie das Thema Bodengrund im Meerwasseraquarium spannend finden hören Sie sich die Folge 079 des Meerwasseraquariumpodcasts an.

 

PODCAST

Höre auch unseren  PODCAST: Meerwasseraquariumpodcast mit Markus Mahl

PS:

Gerne stehen wir Ihnen als kompetenter Partner für individuellen, professionellen Aquariumbau, Tierbesatz und Aquariumwartung zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns für einen persönlichen Beratungstermin gerne telefonisch unter 089/88 96 90 67 00 oder senden Sie uns eine E-Mail an info@aquariumwest.de.

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Ihr
Markus Mahl
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Aquarium West GmbH
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