Meerwasserfische krank ! Was kannst du tun?

Besatz Meerwasserfische

Für Fischkrankheiten im Meerwasseraquarium gibt es verschiedene Ursachen.

Eine der häufigsten Gründe ist, dass Fischkrankheiten durch einen Neubesatz in das Meerwasseraquarium gelangen.

Aber auch schlechte Haltungsbedingungen, qualitativ minderwertiges Futter, Stress unter den Fischen können ebenso Fischkrankheiten auslösen.

 

 

Meerwasserfische krank – die Symptome

Die ersten Anzeichen von Fischkrankheiten sind häufig schon am Verhalten erkennbar, bevor die ersten Symptome z. B. auf der Schleimhaut der Fische sichtbar werden.

Bei der Weißpünktchenkrankheit (Cryptocaryon irritans) z.B. kratzen sich die Fische bereits häufig vor dem Auftreten der ersten weißen Pünktchen auffällig an Steinen oder Korallen.

Ein weiterer möglicher Hinweis auf eine vorhandene Infektion ist, wenn sich die Fische häufig direkt vor einer Strömungspumpe aufhalten.

Weitere Anzeichen für Fischkrankheiten sind:

Wenn Fische….

  • farblos sind und apathisch im Aquarium stehen
  • würgen und das Maul vorstülpen
  • trübe Augen haben
  • graue Beläge auf der Schleimhaut haben
  • Flecken und offene Wunden auf der Schleimhaut haben
  • eingeschmolzene Flossenränder haben
  • oder auch weiße, schleimige Ausscheidungen sind ein deutlicher Hinweis auf eine vorhandene Fischkrankheit.

 

 

Meerwasserfische krank – die Diagnose

Stellst du eines (oder mehrere) der genannten Symptome oder andere Auffälligkeiten fest, ist es dringend erforderlich die Ursache zu suchen und im Anschluss eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Für eine entsprechende und vor allem wirkungsvolle Behandlung musst du unbedingt wissen welche Krankheit bei deinen Meerwasserfischen vorliegt.

Eine zutreffende Diagnose ist ohne Abstrich nicht so einfach, da häufig neben der optisch erkennbaren Krankheit eine nicht sichtbare Sekundärinfektion vorhanden ist.

 

Um zumindest eine sichere optische Diagnose zustellen kann es hilfreich sein, wenn du ein Buch nützt in dem du entsprechende Fotos und typische Merkmale der möglichen Fischkrankheiten findest.

Eines der besten Bücher hierzu ist „Fischkrankheiten im Meerwasseraquarium, Entstehung, Erkennen, Behandlung“ von Gerald Bassleer.

Gerald Bassleer ist einer der weltweit führenden Experten wenn es um Fischkrankheiten geht.

 

 

Meerwasserfische krank – klinische Untersuchung

Bei einer hohen Ausfallquote (Todesquote) von Fischen kann es jedoch auch sinnvoll sein, einen lebenden Fisch in z.B. in einer Uniklinik wie der Ludwig-Maximilians in München abzugeben um eine ausführliche Untersuchung durchführen zu lassen.

Hier kann der Fisch in den Laboratorien für Virologie, Bakteriologie und Mykologie und Parasitologie untersucht werden.

Ein weiterer Bestandteil der Bestandsdiagnostik erfolgt in sogenannten postklinischen Untersuchungen in der Pathologie mit Histologie.

 

Hierbei wird der Fisch getötet und im Anschluss werden die inneren Organe ausführlich untersucht.

Dies kann besonders bei Krankheitsbefällen erforderlich werden, wenn frei verkäufliche Arzneimittel nicht wirken und der gesamte Fischbestand akut bedroht ist.

Wird hierbei eine entsprechende Erkrankung festgestellt, kann diese direkt mit einem verschreibungspflichtigen Medikament (z.B Antibiotika) behandelt werden.

 

Strom im Meerwasseraquarium

bei einer hohen Ausfallquote ist eine klinische Untersuchung sinnvoll

 

Schauen wir uns nun mal an, wie du z.B. die Weißpünktchenkrankheiten im Meerwasseraquarium behandeln kannst.

Der erste Schritt ist, dass du bei der Auswahl der Medikamente unbedingt darauf achtest, dass diese unbedingt für Korallen geeignet sind.

 

 

Meerwasserfische krank – Behandlung im Korallenbecken

Viele Medikamente enthalten Kupfersulfat und dürfen nicht in Meerwasseraquarien verwendet werden, in denen sich Korallen, Garnelen, Seeigel oder Seesterne befinden.

Um das Immunsystem zu stärken und somit die Heilung zu beschleunigen ist es hilfreich ist, wenn du Vitaminen und Knoblauchextrakt über das Futter parallel während der Behandlungsphase zugibst.

Grundsätzlich ist es sinnvoll das auch bei gesunden Meerwasserfischen 3 – 4 mal pro Woche zu machen, denn durch das gestärkte Immunsystem sind die Fische deutlich weniger anfällig gegenüber Fischkrankheiten.

 

Ein gutes Medikament für die Behandlung der Weißpünktchenkrankheit  ist z.B. Protomarin von Aquarium Münster da es nicht nur die Weißpünktchenkrankheit, sondern auch bakterielle Begleitinfektionen bekämpft.

 

Meerwasserfische krank

Medikament für die Behandlung im Korallenbecken

 

Die Behandlung erfolgt über 3 Tage.

Das bedeutet, dass du das Medikament am ersten, am zweiten und am vierten Tag zu dosiert wird.

In der Praxis haben wir es immer wieder erlebt, dass eine Behandlung über 4 Tage nicht ausreicht, um die Fischkrankheit komplett zu heilen.

In solchen Fällen ist es sinnvoll mit dem Behandlungszyklus am siebten Tage wieder von vorne zu beginnen.

 

Bevor wir die Behandlung starten machen wir in der Regel noch einen 20 % Teilwasserwechsel da sich dadurch die Dichte der Ektoparasiten, Bakterien und Viren im Aquarienwasser reduziert und die Wasserqualität sich gleichzeitig verbessert.

Durch diesen Schritt konnten wir die Wirksamkeit des Medikaments steigern.

 

 

Meerwasserfische krank – zu beachten bei Medikamentenzugabe

Damit das Medikament überhaupt wirken kann muss für die Zeit der Behandlung unbedingt der Eiweißabschäumer, der UV-C Entkeimer und der Ozonisator abgeschalten werden.

Außerdem dürfen sich während der Behandlung keine Aktivkohle, Silikat – und Phosphatentferner im befinden.

Wenn die Behandlung erfolgreich verlaufen ist und die Fische wieder vollständig gesund sind ist es sinnvoll, dass ein 30 % Wasserwechsel durchgeführt und das Medikament mit Aktivkohle aus dem Aquarienwasser gefiltert wird.

 

Meerwasseraquarium und Fischkrankheiten

 

 

Nebenwirkungen von Medikamenten

Wie bei Medikamenten in der Humanmedizin gibt es auch bei Zierfischmedikamenten unerwünschte Nebenwirkungen.

Durch den Einsatz von Medikamenten sterben nützliche Bakterienkulturen teilweise ab.

Dadurch kommt es oft nach Behandlungsende zu Problemen mit roten Schmierlagen.

 

Deshalb ist es nach Abschluss einer erfolgreichen Behandlung sinnvoll, die abgestorbenen Bakterienkulturen durch Zugabe von Bakterien- bzw. Mikroorgansimen-Lösungen schnellst möglich wieder aufzubauen.

Auch bei Seesternen und Seeigeln kommt es bei der Zugabe von Medikamenten immer wieder zu Ausfällen, da die genannten Tiere oft während der Behandlung nirgends zwischengelagert werden können.

 

Kampf gegen rote Schmierlagen im Meerwasseraquarium

Zugabe von Mikroorganismen unterstützen die Aquarienbiologie

 

Fischkrankheiten  im Meerwasseraquarien finden sie übrigens in meinem neuen Buch „Meerwasser-Aquarium. Aquarium bauen und pflegen wie die Profis“.

Außerdem liefert Ihnen das Buch alle wichtigen Informationen, die Sie bei der Planung, dem Bau und der Pflege von Meerwasser-Aquarien brauchen, wie z. B.: Was muss ich bei Planung und Montage von Meerwasser-Aquarien beachten? Welche Beleuchtungssysteme gibt es? Wie funktioniert ein Eiweißabschäumer? usw.

 

Wenn Sie Fragen zu anderen Themen rund um das Meerwasser-Aquarium haben, schreiben Sie mir einfach an info@aquariumwest.de und ich versuche, in den kommenden Beiträgen darauf einzugehen.

Diesen BLOG Artikel gibt es auch zum hören als Podcast.

 

Höre auch unseren  PODCAST: Meerwasseraquariumpodcast mit Markus Mahl

PS:

Gerne stehen wir Ihnen als kompetenter Partner für individuellen, professionellen Aquariumbau, Tierbesatz und Aquariumwartung zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns für einen persönlichen Beratungstermin gerne telefonisch unter 089/88 96 90 67 00 oder senden Sie uns eine E-Mail an info@aquariumwest.de.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr
Markus Mahl
Geschäftsfüher
Aquarium West GmbH
Weinbergerstrasse 57
81241 München

 

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