Phosphat im Meerwasser-Aquarium: Den richtigen Wert halten

Aquarium München - Bryopsis

„Phosphat im Meerwasser-Aquarium: Den richtigen Wert halten“

Phosphat (PO43-) ist für Fische unschädlich – trotzdem ist es wichtig, dass das Meerwasser-Aquarium nicht zu viel und nicht zu wenig Phosphat enthält, denn andere Aquariumbewohner sind auf Phosphat angewiesen.

Es gibt unterschiedliche Methoden, den Phosphatwert im richtigem Bereich zu halten.

Im Meerwasser-Aquarium gelangt Phosphat hauptsächlich über das Futter und die Ausscheidungen der Fische ins Aquarium. Auch Leitungswasser kann den Phosphatwert steigen lassen, wenn es den Sollwert von 0,05 mg Phosphat pro Liter überschreitet.

 

Zu wenig Phosphat im Meerwasser-Aquarium lässt Korallen sterben

Der richtige Phosphatwert für das Meerwasser-Aquarium liegt unter 0,05 mg/l. Jetzt könnte man denken: je weniger, desto besser. Aber Achtung: Zooxanthellen brauchen Phosphat zum Leben, und  die meisten Korallen brauchen Zooxanthellen. Wenn Sie den Phosphatgehalt dauerhaft unter der Nachweisgrenze halten, können zooxanthelle Korallen verhungern.

 

Viel Phosphat im Meerwasseraquarium: Ein Traum für Algen

Andererseits soll der Phosphatwert nicht zu sehr steigen. Denn Phosphat ist – wie Nitrat – eine Nahrungsgrundlage für Algen. Sind die Phosphatwerte zu hoch, können Algen unkontrolliert wachsen. Außerdem reagieren kleinpolypige Steinkorallen sehr empfindlich auf erhöhte Phosphatwerte und können Gewebeschäden bekommen – und dann stirbt häufig die ganze Koralle.

Erhöhte Phosphatwerte gibt es auch oft in der Einlaufphase des Aquariums: Schwämme, Muscheln  und andere Lebewesen auf lebenden Steinen sterben dann ab, was Phosphat erzeugt.

grüne Fadenalgen durch zu hohen Phosphatwert

grüne Fadenalgen

 

Zu viel Phosphat: Warum?

Hohe Phosphatwerte kommen häufig durch:

  • zu hohen Fischbesatz
  • zu viel Fischfutter
  • zu wenig oder zu geringe Teilwasserwechsel
  • zu schwache Filterleistung
  • phosphatbelastetes Leitungswasser

 

Was kann ich tun?

Wenn der Phosphatwert den Sollwert von 0,05 mg/l übersteigt, sollten Sie eingreifen. Dazu haben Sie – je nach Grund für den erhöhten Wert – verschiedene Möglichkeiten.

 

 

Bei zu vielen Fischen oder Zugabe von zu viel Fischfutter

Das Beste ist natürlich, den Fischbesatz zu reduzieren, damit weniger Futter und weniger Ausscheidungen ins Aquarium kommen. Alternativ können Sie regelmäßig (ein Mal pro Woche) größere Teilwasserwechsel (15 bis 20 % des Gesamtvolumens) durchführen.

Damit wird der Phosphatgehalt aber nicht unbedingt sofort drastisch reduziert, denn:

Das Lebendgestein im Aquarium hat eine Pufferwirkung für Phosphat. Die Menge Phosphat, die Sie über den Wasserwechsel entzogen haben, gibt das Lebendgestein wieder an das Wasser ab.

Grundsätzlich gilt: Geben Sie täglich wirklich nur so viel Futter ins Aquarium geben wie nötig und schalten Sie während der Fütterung die Strömung aus. Sonst wird ein Großteil ungefressen von der Strömung oder vom Ablaufschacht erfasst.

Wenn Sie Frostfutter verwenden, spülen Sie es mindestens 1 bis 2 Minuten unter fließendem Leitungswasser.

 

 

 

Zu schwache Filter bzw. Leistung des Eiweißabschäumers

Auch durch zu klein dimensionierte Filtersysteme und/oder Eiweißabschäumer kann der Phosphatwert ansteigen. Dann müssen Sie diese Systeme durch leistungsfähigere ersetzen.

 

 

Zu schwache oder falsche Strömung

Wenn die Strömung zu schwach ist oder die Strömungspumpen falsch platziert sind, entstehen strömungsarme (tote) Zonen. Dort können sich Mulm und Futterreste ansammeln. Auf die Dauer führt das zu einem spürbaren Anstieg des Phosphatwertes.

 

 

Zu wenig oder zu geringe Teilwasserwechsel

Das ist einer der häufigsten Gründe für Probleme mit Phosphat. Bei einem durchschnittlichen Fischbesatz sollten Sie alle 14 Tage 10 bis 15 % des Wassers wechseln.

 

 

Phosphat belastetes Leitungswasser

Das hilft natürlich nichts, wenn das Leitungswasser einen zu hohen Phosphatgehalt hat (über 0,05 mg/l). In solchen Fällen können Sie das Leitungswasser mit einer Umkehrosmoseanlage aufbereiten.

 

 

 

Kurzzeitiger Phosphatanstieg: Phosphatentferner und Lösungen

Wenn der Phosphatgehalt nur kurzzeitig erhöht ist, können Sie das mit Phosphatadsorbern beheben. Das sind Phosphatentferner auf Eisenoxydbasis. Das Phosphat lagert sich an der Oberfläche des Adsorbers an.

Der Vorteil: Das angelagerte Phosphat kann nicht mehr in das Aquariumwasser gelangen.

Phosphatadsorber  müssen in einem Filterbeutel an eine stark durchströmte Stelle im Filterbecken gelegt werden, damit das Aquariumwasser das Eisenoxidgranulat auch wirklich durchströmt. Am besten geben Sie den Phosphatadsorber in einen geschlossenen Behälter. Wenn er seine Aufnahmekapazität erreicht hat, nehmen Sie ihn einfach wieder aus dem Aquarium.

Phosphatentferner auf Eisenoxydbasis

Phosphatentferner auf Eisenoxydbasis

 

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Anders arbeiten sogenannte Phosphatfällungsmittel. Die flüssige Lösung wird dem Aquariumwasser zugegeben. Dadurch wandeln sich gelöste in ungelöste Phosphate um, die – zumindest theoretisch –über eine leistungsstarke Filterung dem Wasser entzogen werden. Allerdings werden nicht alle ungelösten Phosphate komplett von der Filterung erfasst. So entstehen hochdosierte „Phosphatbomben“, die durch Bakterien geknackt werden können: Dann gelangt das Phosphat wieder ins Wasser. Deshalb raten wir von dieser Art der Phosphatentfernung ab.

 

Phosphatfilter

Phosphatfilter sind mit Phosphatadsorber gefüllte, geschlossene Säulen, durch die eine Pumpe langsam das Aquariumwasser leitet. Damit der Phosphatadsorber nicht verschlammt, gibt es einen Filterschaumstoff als Vorfilter.

Der Vorteil gegenüber Phosphatadsorbern im Filterbeutel ist, dass das gesamte Aquarienwasser das Filtermedium passiert. So kann der Phosphatadsorber besser wirken.

Die meisten Phosphatadsorber entziehen dem Aquarienwasser zusätzlich auch Silikat.

 

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Fazit

    • Der Phosphatwert sollte im Meerwasser-Aquarium unter 0,05 mg/l liegen.
    • Verwenden Sie leistungsstarke Filter und Eiweißabschäumer.
    • Sorgen Sie für ausreichende Strömung, um strömungsarme (toter) Zonen zu vermeiden.
    • Steigt der Wert auf über 0,05 mg/l: Ursache suchen und beseitigen:

Senken Sie den Phosphatgehalt langsam, da besonders Korallen sonst Probleme bekommen.

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Diesen Artikel gibt es auch zum hören als PODCAST.

Höre auch unseren  PODCAST: Meerwasseraquariumpodcast mit Markus Mahl

 

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