Quarantäneaquarium in der Meerwasseraquaristik? Teil 1

Bei Facebook sehen wir immer wieder Posts über Quarantäne und Quarantäneaquarium für neu gekauft Meerwasserfische.

Dadurch kommt für viele die Frage auf ob es sinnvoll ist, neu gekaufte Meerwasserfische vor dem Einsetzen in das Hauptbecken in ein Quarantäneaquarium zu setzen.

Um das zu beantworten müssen wir etwas weiter ausholen.

Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden, dass es immer Sinn gibt die neu gekauften Fische für einen gewissen Zeitraum in ein Quarantäneaquarium zu setzen.

Vorausgesetzt man hat die Möglichkeit dazu und macht es vor allen Dingen richtig.

 

Quarantäneaquarium schütz Hauptbecken

 

Quarantäneaquarium, warum?

Für einen neu gekauften Fisch bedeutet das Fangen, der Transport und die Eingewöhnung in ein neues Meerwasseraquarium immer eine ganze Menge Stress.

Stress ist der Krankheitsauslöser Nummer eins im Aquarium.

Dazu kommt, dass es beim Fangen von Fischen immer wieder zu sogenannten Fangverletzungen kommen kann.

Durch das Fangen mit dem Kescher verletzen sich die Fische teilweise auf der Flucht, weil sie versuchen sich in enge Spalten zu pressen oder es kommt sogar durch den Kescher zu Verletzungen der Fischschleimhaut.

Dadurch ist es für Ektoparasiten wie z.B. Cryptocarion oder auch Verpilzungen wesentlich leichter den Fisch zu infizieren.

So kann es passieren, dass ein Meerwasserfisch – der beim Händler augenscheinlich noch komplett gesund war – bereits einige Tage nach dem Einsetzen z.B. einen Pünktchenbefall bekommt, im schlechtesten Fall sogar den gesamten Fischbestand ansteckt und damit eine Epidemie auslöst.

Wird in solchen Fällen zu lange mit der Behandlung gewartet kann das mit einem Totalausfall des gesamten Fischbestandes enden.

Deshalb der Rat an dieser Stelle:

Werden Pünktchen oder Ähnliches auf einem Fisch entdeckt, sollte schnellst möglichst mit der Behandlung begonnen werden um eine Ausbreitung zu verhindern.

 

Quarantäneaquarium und Medikament

Medikament von Aquarium Münster auch ausserhalb vom Quarantäneaquarium einsetzbar

 

Doch zurück zu dem frisch eingesetzten Fisch der plötzlich krank wird.

Hier ist der Verdacht naheliegend, dass der Neuankömmling die Krankheit in das Aquarium eingeschleppt hat.

Das muss jedoch nicht immer so sein!

Viele Krankheitserreger sind latent im Aquarium vorhanden und brechen nur dann aus, wenn sich ein geschwächtes oder verletztes Tier sich im Becken befindet und die Erreger darauf einen Wirt finden.

Für den frisch eingesetzten Fisch bedeutet das, dass er völlig gesund – jedoch mit einer Schleimhautverletzung – in das Aquarium eingesetzt wird und durch sich dort an den bereits vorhandenen Krankheitserregern infiziert.

Hinzu kommt, dass der auf den Fisch einwirkende Stress dazu führt, dass sein Immunsystem massiv geschwächt wird und dadurch die Anfälligkeit für Fischkrankheiten rapide ansteigt.

Im schlechtesten Fall wird der Neuankömmling zusätzlich noch zu schnell umgesetzt und von den anderen Beckeninsassen gejagt.

Somit sind Tür und Tor für eine Fischkrankheit geöffnet.

 

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Gesunde Meerwasserfische erkennen

Doch was kann man tun um das Risiko von Fischkrankheiten durch Neubesatz zu reduzieren?

Das Erste getan werden kann ist, den Fisch den man bei seinem Händler kaufen möchte, genau anzuschauen und eine Zeit lang zu beobachten ob er augenscheinlich fit ist.

  • Ist sein Schwimmverhalten normal?
  • Kratzt er sich nirgends und atmet er normal?
  • Frisst er?
  • Sind die Schleimhaut und die Flossen in Ordnung und frei von Verletzungen?
  • Sind keine Punkte oder grauen Flecken auf der Haut sichtbar?
  • Sind die Augen klar und frei von Belägen?

Weitereführende Informationen finden Sie hier: >> Blogbeitrag was ich beim Kauf von Meerwasserfischen beachten muss 

 

Mit und ohne Quarantäneaquarium – Meerwasserfische richtig eingewöhnen

Wenn dies alles passt, der Fisch gefangen ist und transportiert wurde, ist der nächste wichtige Schritt – egal ob nun ein Quarantänebecken vorhanden ist oder nicht – dass der Fisch langsam und in kleinen Schritten umgewöhnt und an das Aquarienwasser angepasst wird.

Hierfür ist die Tröpfchenmethode sehr gut geeignet.

In den Tagen nach dem Einsetzen sollte man ein besonderes Augenmerk auf den Neuankömmling und sein Verhalten haben und beobachten, ob sich optisch etwas verändert.

 

Quarantäneaquarium – der erste Vorteil

Dies ist natürlich wesentlich einfacher, wenn ein entsprechendes Quarantäneaquarium vor Ort ist.

Darin ist der Fisch wesentlich besser zu beobachten und falls es zu einem Ausbruch einer Fischkrankheit kommen sollte, ist nicht der gesamte Fischbestand in Gefahr.

Außerdem kann auf eine deutlich größere Auswahl und vor allem auch auf stärkere Medikamente zurückgegriffen werden, da im Quarantäneaquarium keine Korallen oder andere Tiere die empfindlich auf Medikamente reagieren vorhanden sind.

 

 

Quarantänestation- auf was kommt es an?

Einer der wichtigsten Punkte ist, dass das Quarantäneaquarium nicht mit dem Wasserkreislauf des Hauptbeckens verbunden ist.

Das kommt in der Praxis immer wieder vor, was aber keinerlei Sinn gibt, da die oben genannten Vorteile und auch der Quarantäneaspekt komplett verloren gehen.

Auch Zubehör wie Kescher, Schläuche usw. müssen für jedes Becken vorhanden sein und dürfen nicht vertauscht werden.

Idealweise desinfiziert man sich die Hände bevor von dem einen in das andere Becken gefasst wird.

Nur so kann eine Übertragung auf das gesunde Meerwasseraquarium vermieden werden.

 

Quarantänestation- die richtige Größe

Auch die Größe des Quarantäneaquarium spielt eine ganz entscheidende Rolle.

Es muss in jedem Fall eine für den Fisch ausreichende Größe haben, denn wenn es zu klein dimensioniert ist löst auch dies wieder Stress bei dem Tier aus.

Der gut gemeinte Effekt verpufft dann leider und bewirkt im schlechtesten Fall genau das Gegenteil.

Die Größe des Beckens ist deshalb auch von der Größe des Hauptaquariums und den Fischen die darin gehalten werden sollen abhängig.

Das bedeutet, wenn man ein 200 L Meerwasseraquarium betreibt sind die Fische wahrscheinlich kleiner als in einem 5000 L Becken, das sowohl mit kleinen als auch mit großen Fischen besetzt werden kann.

 

Quarantänestation- die technische Ausstattung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch die technische Ausstattung.

Es ist nicht damit getan, ein altes vorhandenes Aquarium zu nehmen und eine noch übrige Strömungspumpe einzusetzen.

Ein Quarantäneaquarium ergibt nur dann Sinn, wenn es die optimalsten Verhältnisse für die neuen Fische bietet.

Hierzu zählt neben der Größe des Quarantänebecken auch die Wasserqualität.

Deshalb müssen ein entsprechend gutes Filtersystem und ein leistungsfähiger Eiweißabschäumer vorhanden sein, um eine vernünftige Wasserqualität gewährleisten zu können.

Idealerweise ist auch ein leistungsstarker UV-C Wasserklärer vorhanden, der je nach Bedarf zu- oder abgeschalten werden kann.

 

UVC Lampe im Quarantäneaquarium

UV-C Wasserklärer sind eine sinnvolle Ergänzung für ein Quarantäneaquarium

 

Auch ein Ozonisator kann in manchen Fällen sehr gute Dienste leisten, ist aber kein Muss.

Das auch eine Heizung vorhanden sein muss, sollte eigentlich klar sein.

Die Beleuchtung muss nicht so stark wie in einem Korallenbecken sein, jedoch sollte sie so ausgelegt sein, dass der Fisch gut beobachtet werden kann und Veränderung auf der Haut, den Kiemen usw. gut sichtbar sind.

 

Das war  der erste Teil mit Tipps für ein sinnvolles Quarantäneaquarium.

Demnächst schauen wir uns an, was bei der Dekoration, der Einrichtung, der Pflege, der Ernährung und den Wasserwerten bei einem Quarantäneaquarium zu beachten ist.

 

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp:

Wenn auch das Thema „Fischkrankheiten im Meerwasseraquarium vermeiden“ interessant ist, gibt es auch hierzu zwei informative Blogbeiträge:

Jetzt lesen: Fischkrankheiten im Meerwasseraquarium Teil 1 

Jetzt lesen: Fischkrankheiten im Meerwasseraquarium Teil 2 

 

Weitere Informationen finden Sie in meinem Amazon-Bestseller:   Meerwasseraquarium – Aquarium bauen und pflegen wie die Profis –

oder

in meinem Hörbuch Meerwasseraquarium – Aquarium bauen und pflegen wie die Profis –

 

Falls Fragen oder Themenwünsche bestehen, können Sie uns gerne eine Email an info@aquariumwest.de schreiben und wir versuchen in folgenden Beiträgen darauf einzugehen.

Viel Spaß mit dem Meerwasseraquarium wünscht das Team von Aquarium West und Aqua Cura der Profipflegemittelmarke für Meerwasseraquarien.

Ich hoffe Sie konnten wieder einige wichtige Informationen für sich gewinnen.

Wenn Sie Fragen oder Themenwünsche haben, können Sie uns diese gerne per Mail an info@aquariumwest.de senden und ich versuche in den folgenden Beiträgen darauf einzugehen.

Viel Spaß mit Ihrem Meerwasseraquarium wünscht das Team von Aquarium West und Aqua Cura der Profipflegemittelmarke für Meerwasseraquarien.

 

Hören Sie auch unseren  100 % kostenlosen PODCAST: Meerwasseraquariumpodcast mit Markus Mahl

PS:

Gerne stehen wir Ihnen als kompetenter Partner für individuellen, professionellen Aquariumbau, Tierbesatz und Aquariumwartung zur Verfügung.

Kontaktieren Sie uns für einen persönlichen Beratungstermin gerne telefonisch unter 089/88 96 90 67 00 oder senden Sie uns eine E-Mail an info@aquariumwest.de.

Wir freuen uns auf Sie!

 

Ihr
Markus Mahl
Geschäftsfüher
Aquarium West GmbH
Weinbergerstrasse 57
81241 München

 

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